Planen, testen, messen, üben – bis alles sitzt

– Die Inbetriebnahme eines Gebäudekomplexes wie diejenige des Kongresshauses Zürich ist natürlich nicht mit einem Knopfdruck erledigt. Klar. Aber was wirklich alles dahintersteckt, ist bemerkenswert – dabei geht es durchaus auch um Leib und Leben.

Um ein Haus wie das Kongresshaus betreiben zu können, ist nicht nur einiges an Gebäude- und Veranstaltungstechnik nötig, sondern auch Dienstleistungen wie Reinigung und Security müssen sichergestellt sein. Damit alles zum richtigen Zeitpunkt einsatzbereit ist, dafür zeichnet Holger Syhre, Chief Operating Officer des Kongresshauses, verantwortlich: «Es ist ein grosses Projekt – und benötigt viel Organisation und Abstimmung.»

Von der Planung zum «Go»

Die lange Liste der zugehörigen Komponenten lässt erahnen, wie komplex die Inbetriebnahme ist. Von Heizung, Klimaanlage und Wasser über Hygiene, Reinigung, Möblierung, Barrierefreiheit bis hin zu Veranstaltungstechnik, Brandschutz und Bewachung: Alle Aspekte müssen nicht nur zum Laufen gebracht, sondern auch getestet und allenfalls bewilligt worden sein, bevor sie in Betrieb gehen können. So zum Beispiel die Brandschutzanlage. Die Gäste und Mitarbeitenden müssen im Notfall nicht nur sicher aus dem Haus finden, die Gebäudetechnik soll auch möglichst automatisiert reagieren: Rauchdetektion, Alarmabgabe an die Feuerwehr, Schliessen von Türen und Brandklappen. Dieser Vorgang wird mit der Feuerpolizei getestet und durch sie freigegeben – eine von mehreren Voraussetzungen für das behördliche «Go». Dieses ist sowohl für den Bezug des Gebäudes als dann nochmals für dessen Betrieb einzuholen.

«Wir arbeiten mit viel Fingerspitzengefühl»

Holger Syhre, Chief Operating Officer

Behaglichkeit – auch für Mitarbeitende

Wie ist das mit Aspekten wie Heizung und Raumklima? «Einerseits werden die Anlagen ebenfalls auf ihre Funktionsweise und Wirksamkeit getestet: Laufen sie wie gewünscht und berechnet? Aber wir machen auch Behaglichkeitsprüfungen, zum Beispiel mit dem Tonhalle Orchester», erklärt Holger Syhre. Die Musiker werden mit den neuen Gegebenheiten proben und beurteilen, ob alles gepasst hat – Beleuchtung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Raumakustik... «Wir haben ja nicht nur Gäste, sondern auch zahlreiche Mitarbeitende und Künstler, die sich ebenso wohl fühlen müssen.»

Geschichtsbewusst, nachhaltig und barrierefrei

Eine besondere Herausforderung stellt die Kombination zwischen historischen, bestehenden und ganz neuen Gebäudeteilen dar: «Die Gebäude- und Veranstaltungstechnik betrifft alle Gebäudeteile – auch die historischen. Hier wurde mit viel Fingerspitzengefühl gearbeitet.» Dabei wurde vor allem für die Veranstaltungstechnik das neueste Equipment verwendet. Ansonsten erneuert das Kongresshaus mit Bedacht auf die Nachhaltigkeit und verwendet Bestehendes, sofern es den hohen Ansprüchen noch genügt. Und auch Gäste und Mitarbeitende mit speziellen Bedürfnissen sollen gut aufgehoben sein. Aufgrund verschiedener Gespräche und Begehungen wurde eine umfassende Barrierefreiheit sichergestellt. Dazu gehören die Rollstuhlgängigkeit genauso wie Zusatzbeschriftungen für sehbehinderte Personen und Induktionsschleifen für Hörgeräte.

Noch viel zu tun

Das sind aber nur einige der zahlreichen Themen, die Holger Syhre und sein Team tagtäglich beschäftigen: «Ich fahre jetzt dann gleich zu unseren Gebäudetechnikplanern, um die Inbetriebnahme im Detail durchzugehen und zu bestimmen, wer für welche Tests, Abnahmen und Schulungen vor Ort sein muss. Es gibt noch viel zu tun!»

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