Erinnerungen

Das Kongresshaus Zürich ist eine Institution mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Es steht nicht nur an privilegierter Lage direkt am Zürichsee, sondern bietet auch eine unvergleichliche Palette an Veranstaltungen und Angeboten. Die zahlreichen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Events mit Weltformat zeigen: Vielfalt ist hier Programm.

Baugeschichte und Architektur sind eng mit der Landesausstellung 1939 verbunden. Als Demonstration schweizerischer Vielfalt war dieses historische Grossereignis gedacht und so sollte auch das Kongresshaus Zürich ein Zentrum für unterschiedlichste Anlässe werden. 1937 wurde mit der Kongresshaus-Stiftung eine Trägerschaft geschaffen, am 5. Mai 1939 fand die Eröffnung statt.

Das von Max Ernst Haefeli, Werner Moser und Rudolf Steiger entworfene Gebäude ist mit der weltberühmten Zürcher Tonhalle zu einem einheitlichen Baukörper verschmolzen und gilt architektonisch als Zeitzeuge erster Güte. Dank der baulichen und betrieblichen Symbiose mit der Tonhalle profitieren Veranstalter von zusätzlichen attraktiven Möglichkeiten. Das Kongresshaus Zürich gehört nach wie vor zu jenen Kongresszentren der Schweiz die sich am flexibelsten für praktisch jeden Anlass nutzen lassen. Bei national und international tätigen Veranstaltungs- und Kongressorganisatoren, Konzertveranstaltern, Firmen, Verbänden und privaten Veranstaltern ist das Kongresshaus Zürich ein sicherer Wert. Der Umbau von 2017 bis 2021 setzt in der Multifunktionalität noch einen drauf und verwandelt es in eine hochmoderne, multifunktionale Eventlocation auf internationalem Niveau.

Im Kongresshaus Zürich sind schon viele Weltstars aufgetreten. Jazzlegenden wie Duke Ellington, Benny Goodman und Ella Fitzgerald haben genauso begeistert wie die Entertainer Josephine Baker, Sammy Davis Jr. und Harry Belafonte oder Rock- und Popgrössen von Ray Charles, Tina Turner und Deep Purple bis Udo Jürgens und Patricia Kaas. Literaturnobelpreisträger, US-Präsidenten, Bundesräte, Wirtschaftsführer und Persönlichkeiten wie der Dalai Lama haben das Traditionshaus beehrt und auch der Weltfussballer des Jahres ist hier schon gekürt worden.

Die Stars des Weltfussballs bei der FIFA Ballon d’Or Gala 2015 im Kongresshaus Zürich
Die Stars des Weltfussballs bei der FIFA Ballon d’Or Gala 2015 im Kongresshaus Zürich
Fussball Gala
Fussball Gala
Kaiserball
Kaiserball
Medienleute warten vor dem Kongresshaus auf die Rolling Stones, 14. April 1967
Medienleute warten vor dem Kongresshaus auf die Rolling Stones, 14. April 1967
Jakob Tuggener: Ballnächte
Jakob Tuggener: Ballnächte
Künstler-Maskenball im Kongresshaus, 1957
Künstler-Maskenball im Kongresshaus, 1957
Café vor dem Kongresshaus, 1939
Café vor dem Kongresshaus, 1939
Hauptzugang von der Claridenstrasse; hinten Eingang Tonhalle
Hauptzugang von der Claridenstrasse; hinten Eingang Tonhalle
Werner M. Moser, Max Ernst Haefeli und Rudolf Steiger auf der Baustelle des Kongresshauses, um 1939
Werner M. Moser, Max Ernst Haefeli und Rudolf Steiger auf der Baustelle des Kongresshauses, um 1939
Blick auf die Tonhalle vom Alpenquai aus, Stereotypie um 1900
Blick auf die Tonhalle vom Alpenquai aus, Stereotypie um 1900
Tonhalle im Ursprungszustand von 1895
Tonhalle im Ursprungszustand von 1895
  • 2017 Die Bauarbeiten haben wie geplant im Juli 2017 begonnen. Der Umbau dauert voraussichtlich 3,5 Jahre und die Tonhalle Gesellschaft Zürich zieht während dieser Zeit ins Maag-Areal. Die Instandsetzung soll die ursprüngliche Qualität des Ensembles wieder sicht- und erlebbar machen sowie die gesamte Infrastruktur verbessern und den heutigen Anforderungen anpassen.

    Durch die Instandsetzung soll das Gebäude noch besser nutzbar gemacht und gleichzeitig die städtebauliche Eingliederung verbessert werden. Der Panoramasaal im ersten Obergeschoss wurde bereits abgerissen und wird durch ein frei zugängliches Restaurant mit Seeblick und grosser Terrasse ersetzt.

    Mit dem Ausbau der alten Orgel in der Tonhalle wurde im Sommer begonnen. Professionelle Orgelbauer haben diese äusserst sorgfältig demontiert und anschliessend nach Polen in ein Lager transportiert. In der Zwischenzeit wurde über die Zukunft der Orgel entschieden. Diese wird spätestens ab 2020 in der Kathedrale von Koper in Slowenien aufgebaut. Die Tonhalle Zürich erhält auf die Wiedereröffnung hin eine neue Orgel, welche durch die weltweit renommierte Orgelbau Kuhn AG aus Männedorf gebaut wird und sämtliche Ansprüche der Tonhalle erfüllt. Die neue Orgel wird etwas kleiner und leichter bespielbar sein.

  • 2016 Die Stimmberechtigten der Stadt Zürich haben dem Kredit für Instandsetzung und Umbau von Kongresshaus und Tonhalle und der Errichtung einer öffentlich-rechtlichen Stiftung am 5. Juni mit überwältigender 3/4-Mehrheit zugestimmt.

  • 2015 Im Vorfeld des Finanzierungsantrags für die Sanierung von Kongresshaus und Tonhalle beantragt der Stadtrat von Zürich im April die Gründung einer neuen öffentlich-rechtlichen Kongresshaus-Stiftung. Diese hat per April 2017 die bestehende privatrechtliche Kongresshaus-Stiftung abgelöst und das Tonhalle- und Kongressgebäude vor Beginn der geplanten Instandsetzungs- und Umbauarbeiten im Sommer 2017 übernommen.

    Die Kosten für die Instandsetzung und den Umbau von Kongresshaus und Tonhalle belaufen sich auf 174,4 Millionen Franken. Ein wesentlicher Teil dieser Investitionen betrifft die Bereiche Gebäudetechnik, Tragstruktur, Erdbebensicherheit, Brandschutz, Fluchtwege, Gebäudehülle sowie Erschliessung und ist zwingend notwendig, um die Gebäudesubstanz zu erhalten und den weiteren Betrieb zu gewährleisten.

    Mittels Live-Übertragung sollen künftig Kongresse mit bis zu 4500 Teilnehmenden möglich werden. Durch den Rückbau des Panoramasaals im Obergeschoss erhalten die Besuchenden von Kongresshaus und Tonhalle freien Blick auf See und Alpen. Die Kongresshaus-Stiftung, die neu zur öffentlich-rechtlichen Stiftung wird, ist weiterhin Eigentümerin der beiden Gebäudeteile Kongresshaus und Tonhalle. Die Stadt Zürich verzichtet auf die Rückzahlung von 56,8 Millionen Franken Sanierungsdarlehen für die Instandsetzungen und Umbauten in den Jahren von 1981 bis 2002. Im Gegenzug überlässt die Kongresshaus-Stiftung der Stadt Zürich das Eigentum am Boden, auf dem Kongresshaus und Tonhalle stehen und bezahlt dafür einen symbolischen Baurechtszins von jährlich 1000 CHF.

    Weisung Kongresshaus-Stiftung
    Weisung Instandsetzung Kongresshaus und Tonhalle

  • 2013 Am 26. Juni 2013 gibt der Stadtrat an einer Medienkonferenz bekannt, dass er die Planung für ein neues Kongresszentrum beendet hat und nun auf das Kongresshaus am See setzt. Vorgestellt wird das Projekt ‚Terrasse‘ der ARGE Boesch/Diener, das einen Umbau des Gartensaaltrakts und ein neues Terrassen-Restaurant umfasst. Damit soll das Haus für Kongresse, Tonhalle-Besuchende und Bevölkerung attraktiver werden.

  • 2009 bis 2012 Vier Jahre lang werden andere Standorte für ein neues Kongresszentrum geprüft und wieder verworfen. Aufgrund der Entwicklungen im Kongressmarkt und weil die angestrebten Standorte nicht gesichert werden können, entscheidet sich der Stadtrat 2013 anstelle eines Neubaus für die Instandsetzung des bestehenden Kongresshauses.

  • 2008 Am 1. Juni 2008 lehnen die Zürcherinnen und Zürcher den Landkauf und damit das Moneo-Projekt mit 56,8% der Stimmen ab. In der Folge wird die ZürichForum AG liquidiert.

  • 2005 Die Stadt Zürich gründet gemeinsam mit der Kongresshaus-Stiftung Zürich und Privaten eine Public Private Partnership (ZürichForum AG) für den Bau und Betrieb des neuen Kongresszentrums auf dem Stiftungsgelände und dem benachbarten Areal der Villa Rosau. Der spanische Architekt Rafael Moneo gewinnt den Architekturwettbewerb für das neue Zentrum am Standort des bisherigen Kongresshauses.

  • ab 2001 Die Machbarkeit eines neuen Kongresszentrums wird geprüft. Verschiedene Standorte werden diskutiert.

  • 1980 bis 1985 In den 80er-Jahren werden mehrere Um- und Ausbauten vorgenommen.

  • 1939 Die beiden Kernstücke des Altbaus – der grosse und der kleine Tonhallensaal sowie das Tonhallenvestibül im Erdgeschoss samt Vorhalle – werden beibehalten und der Rest abgerissen. Die Architekten Haefeli Moser Steiger legen eine neue Struktur über die Alte und betrachten den Altbau als integrierenden Teil des Neubaus.

  • 1937 Am 7. August 1937 wird die Kongresshaus-Stiftung Zürich gemeinsam von der Stadt Zürich und der Tonhalle Gesellschaft gegründet.

  • 1900 Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts werden sowohl Funktionalität als auch Form des «Trocadero» in Frage gestellt. Gleichzeitig beginnt man damit, die Notwendigkeit eines Kongresszentrums für Zürich zu diskutieren. Diese Pläne konkretisierten sich während der Planung der Schweizerischen Landesausstellung.

  • 1893 bis 1895 Von 1893 bis 1895 wird die ursprüngliche Tonhalle, bekannt unter dem Namen «Trocadero», vom auf Theaterbauten spezialisierten Wiener Architekturbüro Fellner & Helmer errichtet. Ihre Architektur ist von der Wiederentdeckung des Barocks geprägt.