Green Meetings im neuen Kongresshaus Zürich

Ganzheitlicher Klimaschutz folgt dem Grundsatz: unnötige Emissionen vermeiden, bestehende Emissionen reduzieren und unvermeidbare Emissionen ausgleichen.

Roger Büchel Kongresshaus Zürich

«Mit jährlich aktualisierten Carbon Footprints verfügen wir über ein Werkzeug, um signifikante Vermeidungs- und Reduktionspotentiale zu identifizieren und die Effektivität von Klimaschutzmassnahmen im Zeitverlauf zu verfolgen. Zum Beispiel beziehen wir 70% des Wärme- und Kältebedarfs durch die hauseigene Seewasserzentrale aus dem nebenan liegenden Zürichsee. Durch unsere Unterstützung eines Waldschutzprojektes in Peru kompensieren wir unvermeidbaren CO₂-Ausstoss und stellen damit sicher, dass jeder Anlass im neuen Kongresshaus Zürich ohne Mehrkosten für den Veranstalter komplett klimaneutral über die Bühne geht»

Roger Büchel, Direktor / Chief Executive Officer

Der Mechanismus des CO2-Ausgleichs gründet auf der Tatsache, dass sich Treibhausgase gleichmässig in der Atmosphäre verteilen und die Treibhausgaskonzentration somit überall auf der Erde in etwa gleich ist. Deshalb ist es für die globale Treibhausgaskonzentration und den Treibhauseffekt unerheblich, an welchem Ort auf der Erde Emissionen verursacht oder vermieden werden. Emissionen, die lokal nicht vermieden werden können, können daher durch Klimaschutzmassnahmen an einem anderen Ort rechnerisch ausgeglichen werden. Dieser Ausgleich erfolgt durch Klimaschutzprojekte.

Klimaschutzprojekte sparen nachweislich Treibhausgase ein, zum Beispiel durch Aufforstung oder erneuerbare Energien. Unabhängige Organisationen wie TÜV, SGS, PwC u. a. kontrollieren die genaue Höhe der Einsparungen. Der Projektbetreiber kann durch den Verkauf von zertifizierten Emissionsminderungen das Projekt finanzieren. Nur Projekte, die finanzielle Unterstützung benötigen, werden als Klimaschutzprojekte anerkannt. Darüber hinaus trägt das von der Kongresshaus Zürich AG unterstütze Klimaschutzprojekt zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele bei.

Durch die Kompensation der entstandenen Emissionen ist die Kongresshaus Zürich AG ein komplett klimaneutrales Unternehmen, inklusive ihrer Catering-Services. Dank des klimaneutralen Angebots erhalten die Kunden, Gäste und Besucher die Möglichkeit, eine bewusste Entscheidung für den Klimaschutz ohne Mehrkosten zu treffen.

Im Schritt der Kompensation der Emissionen wird ein Sicherheitsaufschlag von 10% auf die Carbon-Footprint-Ergebnisse angesetzt. Damit sollen eventuelle Unsicherheiten bei den der CO2-Bilanz zugrundeliegenden Daten mit abgedeckt und das Kongresshaus Zürich somit sicher klimaneutral gestellt werden. Die zu kompensierende Menge an CO2-Emissionen beträgt somit insgesamt 2'364’360,8 kg CO2.

Methodenbeschreibung

In den folgenden Abschnitten werden das Vorgehen und die zugrundeliegenden Prinzipien für die Erstellung eines Corporate Carbon Footprints entsprechend den Richtlinien des GHG Protocol Corporate Accounting and Reporting Standard («GHG Protocol») beschrieben.

Reporting Standard

Das GHG Protocol ist ein international anerkannter Standard für die Bilanzierung von Unternehmensemissionen. Es wurde durch das World Resources Institute (WRI) und den World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) entwickelt.

Bei der Erstellung eines Corporate Carbon Footprints und des entsprechenden Berichtswesens werden fünf grundlegende Prinzipien beachtet:

  • Relevanz: Das Prinzip der Relevanz schreibt vor, dass alle wesentlichen Emissionsquellen bei der Erstellung eines Carbon Footprints für ein Unternehmen berücksichtigt werden müssen und der Bericht der Entscheidungsfindung innerhalb und ausserhalb des Unternehmens dienlich sein sollte.
  • Vollständigkeit: Das Prinzip der Vollständigkeit besagt, dass alle relevanten Emissionsquellen innerhalb der Systemgrenzen berücksichtigt werden müssen.
  • Konsistenz: Um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse im Zeitverlauf zu ermöglichen, sollen die Bilanzierungsmethoden und Systemgrenzen festgehalten und in den Folgejahren beibehalten werden. Potenzielle Änderungen der Methodik und Systemgrenzen müssen benannt und begründet werden.
  • Genauigkeit: Verzerrungen und Unsicherheiten sollen soweit wie möglich reduziert werden, damit die Ergebnisse eine solide Entscheidungsgrundlage bieten.
  • Transparenz: Die Ergebnisse sollen transparent und eindeutig nachvollziehbar dargestellt werden.

Prozesschritte

Die Erstellung eines Carbon Footprints erfolgt in fünf Schritten:

  • Zielformulierung
  • Definition der Systemgrenzen
  • Datenerfassung
  • Berechnung des Carbon Footprints
  • Dokumentation der Ergebnisse

Zielformulierung

Der Corporate Carbon Footprint dient dazu, die grössten Emissionsquellen im Kongresshaus Zürich und entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen zu identifizieren. Damit bildet er die Grundlage für die Entwicklung einer Klimaschutzstrategie, in der Ziele, Massnahmen und Verantwortlichkeiten zur Reduktion von Treibhausgasemissionen festgelegt werden. In Folgejahren dient er dazu, zu überprüfen, ob gesetzte Ziele erreicht wurden, in welchen Bereichen Fortschritte erzielt werden konnten und in welchen Bereichen Handlungsbedarf zur CO2-Reduktion besteht.

Definition der Systemgrenzen

Für den Corporate Carbon Footprint müssen die Systemgrenzen eindeutig festgelegt werden. Dies beinhaltet organisatorische und operative Systemgrenzen.

Die organisatorischen Systemgrenzen beschreiben die organisatorische Einheit und den Zeitraum, auf den sich der Carbon Footprint bezieht. Die Systemgrenzen können gemäss der operativen oder finanziellen Kontrolle oder gemäss dem Kapitalanteil gezogen werden.

Die operativen Systemgrenzen beschreiben die Emissionsquellen, die innerhalb der organisatorischen Grenzen Berücksichtigung finden. Zur Abgrenzung verschiedener Emissionsquellen unterscheidet das GHG Protocol zwischen drei Kategorien («Scopes»).

  • Scope 1
    In Scope 1 werden alle CO2-Emissionen ausgewiesen, die direkt durch die Kongresshaus Zürich AG gesteuert werden können (direkte CO2-Emissionen). Hierunter fallen die Verbrennung fossiler Brennstoffe (mobil und stationär), CO2-Emissionen aus chemischen und physikalischen Prozessen sowie Kältemittelleckagen aus Klimaanlagen.
  • Scope 2
    In Scope 2 werden indirekte CO2-Emissionen ausgewiesen, die durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe während der Produktion von Strom, Wärme, Kälte und Dampf bei externen Energieversorgern verursacht werden. Durch den Ausweis in einer separaten Kategorie wird eine Doppelzählung beim Vergleich von CO2-Emissionen unterschiedlicher Unternehmen vermieden.
  • Scope 3
    Alle übrigen CO2-Emissionen, die nicht der direkten unternehmerischen Kontrolle unterliegen, werden in Scope 3 ausgewiesen (andere indirekte CO2-Emissionen). Hierunter fallen z.B. CO2-Emissionen, die mit Produkten und Dienstleistungen verbunden sind, die durch die Kongresshaus Zürich AG in Anspruch genommen oder verarbeitet werden. Hinzu kommen CO2-Emissionen, die mit der Nutzung verkaufter Produkte und Dienstleistungen verbunden sind, wenn dabei direkte CO2-Emissionen verursacht werden.

Entsprechend den Vorgaben des GHG Protocol ist der Ausweis der CO2-Emissionen in den Kategorien Scope 1 und Scope 2 obligatorisch, in der Kategorie Scope 3 dagegen freiwillig.

Datenerfassung und Berechnung

Die Berechnung der CO2-Emissionen erfolgt mit Hilfe von Verbrauchsdaten und Emissionsfaktoren für die Umrechnung in CO2-Äquivalente. Bei der Datenerfassung und der Bewertung von Daten hinsichtlich ihrer Qualität unterscheidet man zwischen Primär- und Sekundärdaten.

Bei Primärdaten handelt es sich um Daten, die im direkten Bezug auf einen Untersuchungsgegenstand erhoben werden. Mit Sekundärdaten werden Daten bezeichnet, die durch Verarbeitung und Modellierung von Primärdaten gewonnen wurden.

Für die Umrechnung der Verbrauchsdaten in CO2-Äquivalente werden sowohl Primär- als auch Sekundärdaten aus wissenschaftlichen Datenbanken genutzt (z. B. ecoinvent oder GEMIS).

Berücksichtigte Treibhausgase

Der vorliegende Corporate Carbon Footprint weist alle Emissionen als CO2-Äquivalente aus. Das heisst, dass in den Berechnungen neben CO2 auch die sechs weiteren im Kyoto-Protokoll reglementierten Treibhausgase berücksichtigt werden: Methan (CH2), Lachgas (N2O), Schwefelhexafluorid (SF₆), Fluorkohlenwasserstoffe (FKW und H-FKW) und Stickstofftrifluorid (NF3). Diese werden in das Treibhauspotential von CO2 umgerechnet und bilden somit CO2-Äquivalente (CO2e) – im vorliegenden Bericht einfachheitshalber bezeichnet als «CO2».

«Das Kongresshaus Zürich liegt Inmitten eines wunderbaren Panoramas direkt am See. Wir schätzen die Natur und unsere Umgebung sehr, deshalb erachten wir es als unsere Pflicht, unserer Umwelt Sorge zu tragen. Wir übernehmen beim Thema Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle und arbeiten klimaneutral. Und das inkl. allen unseren Catering-Services. Wir beziehen 70% unseres Kälte- und Wärmebedarfs über die hauseigene Seewasserzentrale aus dem Zürichsee oder kompensieren nicht vermeidbaren CO2-Ausstoss über ein Waldschutzprojekt in Peru.»

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

 

Download PDF «Corporate Carbon Footprint»