«Am meisten freue ich mich auf die Reaktion unserer Kunden»

– Kongresshaus CEO Roger Büchel ist der, der den Überblick hat: Wo steht der Bau? Wann geht es los? Und was muss in der Zwischenzeit noch alles passieren? Im Interview berichtet er vom Stand der Dinge – und worauf er sich am meisten freut.

Die Betriebsaufnahme ist im Juni 2021. Was ist der aktuelle Stand?

Wir mussten – wie so viele andere auch – die Planung wegen Covid-19 anpassen. Die Schutzmassnahmen auf der Baustelle führen zu Verzögerungen. Deswegen werden wir als Betreiberin das Gebäude erst im Sommer 2021 übernehmen können. Es sind aber schon einige Bereiche im Endspurt: Die Grossküche ist fast fertiggestellt, diese wurde komplett neu gemacht. Die Restauration der wunderschönen Tonhalle ist ebenfalls weitgehend fertig, im Moment wird die neue Orgel montiert. Beim Restaurant sind wir am Innenausbau, und man sieht es schon jetzt: Es wird ein Bijou werden! Es gibt natürlich viele weitere Räume und Bereiche, dort ist der Stand ganz unterschiedlich – teilweise fehlt nur noch die Technik, teilweise wurden erst gerade die Böden eingebaut.

Ist etwas schon in Betrieb genommen worden?

Ja, bereits in Betrieb ist die Seewasserzentrale, die 75% unseres Kälte- und Wärmebedarfs decken wird. Sie versorgt jetzt schon umliegende Gebäude.

Was sind die grössten Meilensteine, bis es wieder losgeht?

Ab September 2020 wird die Gebäudetechnik wie Lüftung, Heizung, Klima in Betrieb genommen. Ende Jahr ist der Bau fertiggestellt. Anschliessend gibt es eine Phase, in der Mängel behoben und die Bezugs- und Betriebsbewilligungen eingeholt werden. Der wichtigste Termin ist aber sicher der 1. Juni 2021: Dann wird das Gebäude an uns, die Betreiberin, übergeben, und der Betrieb wird aufgenommen. Bis dahin werden wir unsere Belegschaft von heute neun auf ca. 100 Festangestellte sowie 300 temporäre Arbeitskräfte hochfahren.

Was geschieht nach der Übergabe?

Es geht gleich mit dem Testbetrieb los, und ab dem 28. Juni 2021 beginnt der Normalbetrieb – am nächsten Tag findet bereits der erste Grossanlass statt. Auch wenn es noch fast ein Jahr dauert, freuen wir uns riesig. Und auch unsere Kunden freuen sich: Das erste halbe Betriebsjahr ist bereits fast ausgebucht. Wir sind schon voll mit der Kundenberatung beschäftigt.

«So viel Abwechslung habe ich vielleicht nie wieder.»

Roger Büchel, Direktor / Chief Executive Officer

Woran arbeiten Sie bis dahin, abgesehen von der Baustelle?

Wir sind daran, verschiedene digitale Tools zu evaluieren und implementieren, alle Versicherungen aufzusetzen, das Facility Management aufzuziehen, das Restaurantkonzept sowie diverse Betriebskonzepte und die Haus- und Benutzerordnungen zu finalisieren – darunter auch ein Covid-19-Schutzkonzept. Ausserdem streben wir eine ISO-Zertifizierung an. Besonders viel Energie stecken wir in das Erarbeiten von neuen Produkten, so zum Beispiel Konzertpackages, oder wir werden einen Raum zu einem Live-TV-Streaming-Studio ausbauen. Auch das erwähnte Aufstocken der Belegschaft wird intensiv werden. Das sind nur gerade die wichtigsten Aufgaben.

Auf was freuen Sie sich am meisten, wenn es dann soweit ist?

Besonders stolz, auch wenn es im Betrieb weitgehend unsichtbar sein wird, bin ich auf die digitale Vernetzung des Gebäudes. Überhaupt die Veranstaltungstechnik, die State-of-the-Art sein wird: Bereichsgesteuerte Line-Array-Beschallung im Kongresssaal, intelligente Scheinwerfer, die Panorama-Projektion, auf der gleichzeitig verschiedene Inhalte angezeigt werden können, LED-Wände, auf denen auch ohne Verdunkelung präsentiert werden kann … das sind die grössten technischen Highlights. Hinter den Kulissen ist sicher die neue Grossküche ein Meilenstein. Die riesige Terrasse mit Blick über den «Zürisee» wird für sich sprechen, genauso wie das Restaurant mit Panoramablick und verschiedenen Bereichen. Ich freue mich eigentlich auf alles, was kommt. Am meisten vielleicht auf die Reaktion unserer Kunden, wenn sie zum ersten Mal ihren Fuss in das neue Kongresshaus setzen.

Wie wird sich Ihre Arbeit als CEO mit der Eröffnung verändern?

Im Moment sorge ich vor allem dafür, dass die betrieblichen Bedürfnisse in den Bau einfliessen und kümmere mich um die Grundlagenarbeit unseres Unternehmens: Prozesse definieren, Controllinginstrumente etablieren, Erweiterung des Dienstleistungsportfolios, strategische Überlegungen und so weiter. Besonders wichtig ist mir die Unternehmenskultur. Ich möchte eine zufriedene und engagierte Belegschaft aufbauen. Die Freude und der Einsatz der Leute sollen spürbar sein. Gleich bei Beginn des Betriebs wird sicher die Schulung der Belegschaft im Zentrum stehen. Dann werde ich mich langsam auf die Kundenbetreuung, die Qualitätssicherung und das strategische Vorantreiben des Kongresshauses Zürich fokussieren.


Bis dahin gibt es wie gehört noch viel zu tun. Was werden Sie nach diesem Interview als Nächstes anpacken?

Ich schnappe mir nebenan etwas Kleines zum Essen und vertrete mir über den Mittag die Füsse am See – unsere einzigartige Lage begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Danach steht ein Workshop zu Human Ressources-Themen an. Dabei geht es um Rahmenbedingungen wie Vergütung, Funktionslandschaft, Aufbau eines Kompetenzmodells, etc. Später werden wir an der Definition der Möblierung für die öffentlichen Bereiche weiterarbeiten und die Schreinerarbeiten für das Restaurant prüfen. So viel Abwechslung wie im Moment habe ich vielleicht nie wieder – das geniesse ich.

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